Flüchtlingsarbeit im Hochschwarzwald erfolgreich – doch Flüchtlinge leiden unter Misstrauen (BZ-Artikel)

Ein gutes Jahr für die Mitglieder des Flüchtlingshelferkreises in Titisee-Neustadt: Flüchtlinge konnten in Praktika, Ausbildung oder Arbeit vermittelt werden. Doch die Flüchtlinge leiden unter Misstrauen, das ihnen nach dem Tötungsdelikt entgegengebracht wird.

2016-12-19-12_43_43-titisee-neustadt_-fluechtlingsarbeit-im-hochschwarzwald-erfolgreich-doch-fluecht

Im Herbst wurde die Flüchtlingsunterkunft an der Gutachstraße geschlossen und ein großer Teil der Bewohner nach Löffingen verlegt. Was die Helfer zunächst befürchteten – “wir verlieren den Kontakt zu unseren Paten” –, hat sich am Ende aber nicht bewahrheitet. “Der Kontakt zu unseren uns ans Herz gewachsenen Paten wurde nie abgebrochen”, sagt Andrea Höltner von der Kochgruppe. “Wir haben unsere Aktivität zunächst auch in Löffingen angeboten. Mittlerweile merken wir aber, dass immer weniger Flüchtlinge daran teilnehmen können.”

Das hänge aber nicht mit dem Umzug zusammen, sondern damit, dass viele der meist jungen Männer eine Schule besuchen, ein Praktikum durchlaufen oder Arbeit haben. “Das können wir ja als absoluten Erfolg unseres Einsatzes verbuchen”, sagt Höltner freudig und stolz. Und: “Am Anfang haben wir den Leuten eine dankbar angenommene Abwechslung in ihrem unstrukturierten Alltag geboten, jetzt sind sie zu sehr beschäftigt, um solche Angebote wahrzunehmen, das heißt, sie können jetzt ohne unsere Hilfe an der Gesellschaft teilnehmen.”

So hat Pa Dawda Ceesay, der gemeinsam mit Andrea Höltner den Kochtreff gegründet hatte, dank der Vermittlung des Helferkreises einen Ausbildungsplatz zum Koch in einem Hotel vor Ort gefunden. Weiterlesen