Neue Ansprechpartnerin rund um das Thema Flucht

 

TITISEE-NEUSTADT. 58 Stufen sind es, dann hat man Katrin Werkle erreicht. Im Dachgeschoss des Rathausnebengebäudes hat sich die neue Flüchtlingsbeauftragte in Zimmer 304 eingerichtet. Die Nachfolgerin von Cäcilie Bivort, die nur ein kurzes Gastspiel gab, hat zum 4. Oktober ihre Arbeit aufgenommen.

Deshalb besteht ihre Hauptbeschäftigung noch darin, sich in ihre neue Tätigkeit einzufinden. Sie sichtet Unterlagen, knüpft Kontakte zu den Institutionen, mit denen ihre Arbeit zu tun hat, beispielsweise das Diakonische Werk. Innerhalb der Stadtverwaltung ist sie Martin Vogelbacher vom Sozialamt zugeordnet. Mit Anke Weichert arbeitet sie zusammen, die in ihrer Funktion beim Liegenschaftsamt, aber auch als engagierte Helferin mit Geflüchteten zu tun hat.

Ein Besuch in der Villa Stier, dem Haus Hauptstraße 28, in dem die Stadt Wohnraum vorhält, sorgte für die erste Begegnung mit Geflüchteten.

Beeindruckend findet Werkle die Zahl von ungefähr 200 Menschen aus Fluchtländern, die in Titisee-Neustadt schon eine eigene Bleibe gefunden haben. Wie groß ihr Arbeitsfeld sein wird, kann Werkle noch nicht genau abschätzen. Die Menschen informieren und beraten in allen Fragen rund um ihren Aufenthalt in dem für sie fremden Land, um Wohnen und Arbeiten, Sprache und Freizeit – das wird ihre Aufgabe sein. Zu dieser Hilfestellung gehört, dass sie die Menschen je nach Bedarf an Fachstellen verweist. Aber, das betont Werkle: Nicht anweisen, sondern hören, was die Bedarfe und Wünsche sind. Sie will flexibel sein für alle Anliegen, die an sie herangetragen werden. Die Bürozeiten für die 50-Prozent-Stelle sind noch nicht festgelegt. Es wird feste Tage geben, aber sie will für Terminvereinbarung offen sein.

Die 28-jährige Saarländerin studierte in Freiburg Lehramt. Von Auslandsaufenthalten beeinflusst, setzte sie 2014 bis 2016 ein Masterstudium Deutsch als Fremdsprache auf und gewann die Einsicht, dass sie doch nicht als Grundschullehrerin arbeiten will. Als Freiberuflerin gab sie unter anderem an der Uni Kurse und Seminare. Sie führte auch Geflüchtete mit dem Sprachkurs C1 auf das Niveau, das sie zum Studium befähigt. Viele von ihnen haben eine akademische Bildung aus ihrer Heimat mitgebracht, andere wollen hier ein Studium aufnehmen.

Werkle ist selbst ehrenamtlich tätig und begleitet Engagierte. Deshalb sieht sie einen engen Kontakt zum Flüchtlingshelferkreis als selbstverständlich an.

Ergänzend zu ihrer Arbeit in Titisee-Neustadt wird Katrin Werkle weiterhin an ihrem Wohnort Freiburg freiberuflich tätig bleiben, Vielfalt gefällt ihr. Das gilt auch in ihrer Freizeit: Sie spielt Klarinette im Verbandsorchester Markgräflerland, mag Biken und Bouldern und schätzt ihr freiberufliches Wirken.

Kontakt: Tel. 07651-206 252 oder  werkle@titisee.de